Tradition: Aktiver Artenschutz durch 630 Nistkästen


Der Schutz unserer heimischen Tierwelt lebt davon, dass wir ihre Lebensräume kennen und pflegen. In Wirtschaftswäldern und auf Wiesen sind Nistkästen eine sinnvolle Maßnahme, um das ökologische Gleichgewicht zu bewahren. Dabei sollten unterschiedliche Typen zum Einsatz kommen, um die Artenvielfalt zu fördern. Neben Vögeln nutzen mitunter auch Nager wie Mäuse oder Siebenschläfer künstliche Nisthöhlen, und für Fledermäuse gibt es spezielle Ausführungen.

Unser Verein hat in den letzten Jahrzehnten viele Standorte mit Nistkästen unterschiedlicher Bauart bestückt. Aktuell dienen die Kästen den Tieren als Übernachtungs- oder Überwinterungsplatz. Sie werden regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf instandgesetzt. Im Winter werden die Kästen geöffnet und gereinigt, sodass im Frühjahr für den nächsten „Mieter“ eine besenreine Unterkunft für die Brut zur Verfügung steht. Die Pflege und Wartung wird arbeitsteilig durch aktive Mitglieder des Vereins ehrenamtlich erledigt. Jede oder jeder dieser Mitglieder betreut ein Revier und kennt die jeweiligen Standorte der dortigen Kästen. Die Dokumentation, wann welche Arbeiten wo durchgeführt wurden, erfolgt bisher in Papierform.

Zukunft: Digitales Nistkästenkataster

Um diese Aufgabe effizienter zu erledigen und um den Gesamtstatus bestmöglich zu dokumentieren, hat unser Mitglied Wolfram Lieven in den vergangenen Wochen eine digitale Erfassung aufgebaut, die nun erstmals im Einsatz ist.

Mithilfe eines Geoinformationssystems (GIS) und einer maßgeschneiderten Erfassungsmaske in einer Smartphone-App kann der Zustand und die Belegung der Nistkästen direkt vor Ort dokumentiert werden. Neben genauem (GPS-)Standort, Bauart, Instandsetzungsbedarf (nebst erforderlicher Ersatzteile) werden das letzte Wartungsdatum und besondere Beobachtungen (z. B. Schäden durch Nesträuber wie Waschbären) schriftlich und fotografisch festgehalten.

er Praxistest in einem Revier ist erfolgreich abgeschlossen. Im nächsten Schritt werden nun auch die anderen Revierbetreuer ihre Nistkästen so erfassen. Alle Daten fließen anschließend in der Datenbank auf einem PC (oder in der Cloud) zusammen. Das so entstandene digitale Kataster ermöglicht es, jederzeit einen Überblick über alle Kästen, ihren Pflegezustand und möglichen Handlungsbedarfe zu haben. Die digitale Lösung ersetzt dabei nicht die bewährten Abläufe, sondern ergänzt sie – ein weiterer kleiner, aber wichtiger Beitrag zum praktizierten Artenschutz in unserer Gemeinde.

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